Die fünf Worte nach Liechtenauer



 Johannes Liechtenauer beschreibt in seiner Lehre des langen Schwertes zwei Bewegungsansätze, zwei Zustände und eine Wahrnehmung mit gleichzeitiger Bewegung, welche zusammen mit Fug und Recht als das Wesen der Kampfkunst angesehen werden können. Diese fünf Begriffe, eigentlich mit dem Fühlen sechs Begriffe in drei Gegensatzpaaren, die ineinander verschachtelt sind, werden als die Fünf Wörter bezeichnet.
  1. Das Vor
  2. das Nach
  3. die Stärke
  4. die Schwäche
  5. das Indes (Plus fühlen)
Das Fühlen und das Indes bilden bei den Fünf Wörtern zusammen eine Einheit, was ich der verdeckten Rede geschuldet sehe. Wenn man so will, dann ist das Fühlen das versteckte sechste Wort, ohne welches das Indes nicht zu erklären ist.
Vor und Nach stellen die erste Dimension des Schwertkampfes dar und benötigen die anderen vier nicht. Für Vor und Nach ist kein Band nötig.
Vor und Nach werden aus Kybernetik und Masseträgheit gespeist. Das bedeutet:
Ich erzeuge Druck, bin aber selber entspannt, der Gegner muß in Eile handeln.
Sind Vor und Nach vergangen, und das Band ist entstanden, dann werden Stärke und Schwäche geboren, was man als zweite Dimension des Schwertkampfes bezeichnen kann.
Stärke und Schwäche benötigen als Zustand das Band. Mit der Stärke und Schwäche wird beim Kämpfer aber auch immer das Fühlen hervorgebracht, welches wiederum das Indes antreibt. Mit dem Fühlen wird auch wieder ein Zugang zu Vor und Nach möglich. Das Fühlen/ Indes ist die dritte Dimension des Fechtens, die Gleichzeitigkeit von Band und Treffer.
Die Verschränkung von Vor und Nach und die Verschränkung von Stärke und Schwäche lassen sich nicht ohne weiteres auf das Fühlen und das Indes übertragen. Das Fühlen und das Indes müssen nicht miteinander verschränkt sein, können aber durchaus verschränkt auftreten. Dieser Verhalt unterstreicht auch die besondere Stellung von Fühlen und Indes. Aus dem Fühlen kann ich gut mit Vor und Nach sowie Stärke und Schwäche arbeiten, wobei die beiden Paare Vor und Nach sowie Stärke und Schwäche immer verschränkt auftreten werden.

Das Indes ist auch mit dem Erstschlag möglich, wobei Band und Treffer gleichzeitig auftreten.
Damit werden die Konzepte von Vor und Nach sowie Stärke und Schwäche durchbrochen.
Das Indes/ Fühlen (Gleichzeitigkeit/ Tasten) beschreibt den ursächlichen Zusammenlauf von Absicht und Treffer in der Verknüpfung mit dem ursächlichen Fühlen. Die Wahrnehmung des Fühlens ist nur möglich, wenn ich im Bande vom Drucke des Gegners durchdrungen werde. Wahrnehmung muß ich also zulassen


(das ist nur die Kurzversion und auch nur  als Erklärung der Theorie  *zwinker*)